Accenture Impulse für Versicherungen

„Jede Transformation braucht ihre Zeit.“ Das hören wir oft von Entscheidern, wenn es um den geeigneten Zeitpunkt für weitgreifende Maßnahmen geht. In den vorangegangen Blogartikeln haben wir Ausgangssituation und Hebel zu Kostendruck und -strukturen beschrieben. In diesem Artikel schließen wir die Reihe mit einer übergreifenden Sicht auf mögliche Ansätze für eine effiziente Kostengestaltung. Aus den gezeigten Hebeln wird deutlich, welche umfangreichen Veränderungen für die Organisation notwendig werden können und dass hier auch das entsprechende Fingerspitzengefühl gefragt ist. Wann also ist der geeignete Zeitpunkt?

Es kommt darauf an – um mit einer stereotypischen Aussage zu beginnen. Entscheidend ist aus unserer Sicht, wie groß die Abweichung zum Zielbild „Soll-Zustand“ ist und welche Veränderungsgeschwindigkeit man sich vornehmen und zumuten will. Dabei ist im Markt schon erkennbar, dass einige Konzerne sehr stark im Wind segeln, um entsprechend Schritt zu halten und relevant zu bleiben.

Wie groß darf die Transformation sein? Wie groß müsste sie sein?

Grundsätzlich kann man hier in drei Größenordnungen denken:

  1. Fokussiertes Perfektionieren

Wie bei jedem Transformationsprojekt steht auch am Anfang die Identifikation einer oder mehrerer Funktionen und Bereiche, in denen Nachholbedarf besteht bzw. die bestmögliche Neuaufstellung im Rahmen der strategischen Ausrichtung erarbeitet werden soll. Dies kann beispielsweise die Perfektionierung von versicherungsfachlichen Funktionen (Underwriting, Antrag, Vertrag, Leistung) sein oder eine Überprüfung der Shared-Service-Aufstellungen bei Unterstützungsfunktionen. Im Rahmen einer Gesamtagenda können damit Angleichungen und/oder die Voraussetzungen geschaffen werden, um so einen robusten Absprungpunkt für eine eventuell notwendige anstehende Gesamttransformation zu definieren. Je nach Gesamtpositionierung können die Kosteneffekte hieraus schon ausreichen, um insgesamt effizienter aufgestellt zu sein und ggf. Mittel für weitere Investitionen verfügbar zu haben.

  1. Breiter gefasstes Simplifizieren

Falls die Anpassung einzelner Funktionen und Bereiche als nicht ausreichend bewertet wird, können breitere, strukturelle Verbesserungen der Kostenstrukturen erforderlich und daher umfangreichere Ansätze notwendig sein. Das können beispielsweise die Überprüfung von Organisations- und Gesellschaftsstrukturen, des Produkt-/Serviceportfolios oder der IT-Anwendungslandschaft sein. In der Zielsetzung mündet dies in einer Vereinfachung der Rahmenbedingungen, mit denen das Unternehmen am Markt tätig ist und gleichzeitig mit einer signifikanten Veränderung der Kostenposition.

  1. Umfangreiches Transformieren

Das wird in dem Moment zum Gebot der Stunde, wo gezielte, umfangreiche Weiterentwicklungen notwendig werden, um beispielsweise die Lücke zwischen der heutigen Aufstellung und des zukünftigen Marktbedarfs zu schließen, um so die eigene Marktrelevanz zu erhalten. Dabei kann es darum gehen Strategien zu entwickeln, um in den Kunden-Lebenswelten weiterhin eine Rolle zu spielen und gleichzeitig die internen Arbeitsweisen agiler gestalten. Dabei geht es jedoch nicht nur um Überlegungen, wie zukünftig die transaktionalen Aktivitäten mit nur 20% der heutigen Kapazitäten zu bewältigen wären. Die Aufgaben bestehen darin, den Mitarbeitern Sicherheit zu vermitteln, damit diese sich auf neue Wege einlassen und den Wandel voller Energie mittragen – bestenfalls anhand eines inspirierendem Leitbilds. Wenn nur so viel Stein auf dem anderen bleibt, dass die heutigen und zukünftig relevanten Stärken ausgespielt werden können, dann wird sich dadurch auch die gesamte Kostenstruktur signifikant verändern und es werden Mittel für Investitionen in Zukunftsfelder frei.

Die transformative Reise gestalten

Unabhängig davon, welche der drei skizzierten Ausprägungen das Programm hat – es ist immer mit etwas Neuem und Unbekannten für mindestens einen Teil der Mitarbeitenden verbunden, oftmals einhergehend mit Skepsis und hoher Erwartungshaltung. Umso bedeutender ist es, diese Resonanz zu antizipieren und die Gesamtjourney – von Strategieentwicklung bis operativer Implementierung und Wertrealisierung/Nutzeninkasso – mit größter Achtsamkeit professionell zu managen.

Dabei ist die enge Verzahnung der drei Ws „Warum“, „Was“ und „Wie“ eine gute Grundlage:

  • „Warum“ – Woraus ergibt sich welcher Handlungsimperativ?
  • „Was“ – Was soll priorisiert bearbeitet werden?
  • „Wie“ – Wie können die identifizierten Handlungsfelder bearbeitet und entsprechende Potenziale gehoben werden?

Die Mitnahme der Mitarbeitenden ist dabei von besonderer Bedeutung. Hier ist das Management gefordert, seine Leadership-Qualitäten unter Beweis zu stellen. Unabhängig davon, wie stark Personal- und Sachkosten reduziert werden sollen, gilt es die vorhandene Expertise gewinnbringend weiterzuentwickeln – der Verlust von Talenten ist auf Dauer nicht kompensierbar. Entsprechende Hilfestellungen kann durch eine End-to-End-Begleitung geleistet werden. Accenture hat hierzu umfassende Tools, Frameworks und Analyse-Ansätze erarbeitet, die bei der Gestaltung der transformativen Reise zu Rate gezogen werden können.

Out-of-the-box gedacht – in Balance mit unternehmerischer Realität

In der Versicherungslandschaft gibt es kein Unternehmen, das sich nicht mit der Transformation beschäftigt. Unabhängig von der jeweiligen Kostenposition kann es sich auch kein Unternehmen leisten, sich nicht mit nachhaltiger Effizienzsteigerung zu beschäftigen – sei es die Wettbewerbsnachteile auszugleichen oder die Führung auszubauen, um Mittel für weitere Investitionen frei zu machen. Die kluge Anwendung der Hebel im geeignet dimensionierten Programm passend zum Unternehmen ist dabei die besondere Herausforderung. Das Verlassen der Komfortzone und ein radikal neues „out-of-the box“-Denken ist mit der unternehmerischen Realität in Balance zu bringen, um die Organisation in die Realisierung ihrer Zielbild-Ambitionen zu führen.

Sollten Sie Fragen zu dem hier vorgestellten Themenbereich und Interesse an unseren Erkenntnissen in der DACH-Region haben oder aber ganz allgemein mit uns über Kostenstrukturen und Effizienzsteigerungen sprechen wollen, kontaktieren Sie uns bitte. Gerne stehen wir Ihnen für ein Gespräch zur Verfügung.