Accenture Insurance Blog

Versicherer sind weiterhin mit den Herausforderungen durch steigenden Kostendruck und erhöhten Kunden- und Flexibilitätsanforderungen konfrontiert. Die bisherigen Kostensenkungsansätze mit Prozessoptimierungen und Outsourcing haben einen wichtigen Beitrag geleistet, werden den Effekt des Niedrigzinsumfelds auf die Branche kaum ausgleichen können. Die Unternehmen benötigen skalierbare, flexible und nachhaltige Lösungen. Doch wo kann die Assekuranz noch ansetzen, ohne hohe Investitionen auszulösen?

Schluss mit der Verschwendung von Kapazitäten und Fähigkeiten

Oftmals bearbeiten die Back Offices der Versicherer noch immer repetitive wie zeitintensive Prozesse. Die eigentlichen Fähigkeiten der Mitarbeiter werden hier alles andere als optimal genutzt. Und mehr noch: Menschliche Fehler verzögern bisweilen die Bearbeitung von Geschäftsvorfällen und führen zu inkonsistenter Qualität. Genau hier setzt eines der Zukunftsthemen für die Branche an: Prozessautomatisierung mit Robotics. Insbesondere wiederkehrende Tätigkeiten können virtuelle Roboter, ausgestattet mit Business-Regeln, weit schneller, zeitunabhängig und fehlerfrei erledigen. Und dies mit einem enormen Kostenvorteil. Wir gehen davon aus, dass bei den bislang manuell durchgeführten Prozessen ein Effizienzsteigerungspotenzial von bis zu 80 Prozent schlummert. Auch der Effekt auf die Gesamtperformance ist signifikant. Gemäss Untersuchungen werden in den nächsten 10-20 Jahren geschätzte 35% aller Jobs automatisiert (Oxford University Study, 2014) und auch Deutschland gehen gemäss unseren Studien 67% der Versicherer davon aus, dass erfolgreiche Firmen bald auf die Zusammenarbeit von Mitarbeitern und intelligenten Maschinen setzen werden (Accenture Technology Vision 2015 Studie).

Kein struktureller Reset erforderlich

Die Ansatzpunkte für die Übernahme von Aufgaben durch Robotics in der Versicherungswirtschaft sind vielfältig. Die Prozesse müssen lediglich wiederkehrend, standardisiert und regelbasiert bearbeitbar sein. Dabei reicht das Spektrum von der Datenübernahme aus Onlineschadenmeldungen oder Begutachtungen in der Kfz-Versicherung in das System des Versicherers bis hin zur Bestätigung von Reparaturaufträgen, der Durchführung von Zahlungen und der Massenverarbeitung von Abrechnungen. All diese Aufgaben werden heute noch immer manuell erledigt – wo die Mitarbeiter doch eigentlich für tatsächlich wertschöpfende Tätigkeiten eingesetzt werden könnten. Und noch einen ganz praktischen Vorteil bringt das Ganze mit sich: Der Effizienzsprung durch die Teilautomatisierung von Prozessen bedarf keiner großen Transformationsprojekte. Der virtuelle „Roboter“ ahmt menschliche Prozessschritte auf bestehenden Applikationen nach, ohne Anpassung derselben und ohne aufwändige Integration in die bestehende Systemarchitektur. Der Roboter wird in der Benutzung der Applikationen angelernt und stellt durch die automatisierte Prozessdurchführung virtuelle Mitarbeiter zur Verfügung.

Ich bin überzeugt, dass Robotics weit mehr als nur eine Antwort auf den Kostendruck ist. Mit der Überwindung bestehender Prozessbrüche und der Steigerung der Prozessqualität können sie zum Wegbereiter für die digitale und kundenzentrierte Versicherung der Zukunft werden. Und dies bei minimalem Aufwand. Aber auf diese Facette werde ich in meinem nächsten Blogbeitrag näher eingehen.

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