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Risikomanagement steht auch in diesem Jahr ganz im Fokus der Versicherungswirtschaft. Nicht ohne Grund erwarte ich mir vom PRMIA Future of Risk Congress – Insurance am 8. März in Köln intensive Diskussionen. Auf ein zentrales Thema werde ich dort ganz sicher auch bei meinem Vortrag zu sprechen kommen – das Spannungsverhältnis zwischen Finanz- und Risikomanagementfunktion bei Versicherern.

CFO und CRO müssen an einem Strang ziehen

Warum? Sowohl CFOs als auch CROs der Versicherer bewegen sich mitsamt ihren Unternehmen in einem äußerst anspruchsvollen Fahrwasser. Ob hohe Marktvolatilität, regulatorische Klippen, der anhaltend hohe Druck auf die Profitabilität oder die Digitalisierung – all dies erfordert auch ein neues Selbstverständnis, was die Zusammenarbeit zwischen Risk und Finance anbetrifft. Die Silostrukturen, wie wir sie heute noch vorfinden, sollten daher so rasch wie nur möglich aufgelöst werden. Denn nur wenn beide Bereiche künftig an einem Strang ziehen, werden die enormen Herausforderungen für die Assekuranz zu bewältigen sein. Doch wie kann dies konkret aussehen?

Integrierte Zusammenarbeit aller Bereiche

Zunächst brauchen Versicherer hier eine weit effektivere und deutlich stärker integrierte Herangehensweise an das Management von Risiken und die Unternehmenssteuerung. Anders sind operative Effizienz, Bewältigung des Kostendrucks und eine Stärkung der Agilität in der Steuerung nicht möglich. Dies muss sich auch organisatorisch widerspiegeln. Nur wenn Aktuariat, Compliance, Finanzen, Rechnungswesen und Controlling integrierter zusammenarbeiten, lassen sich Wertschöpfung und Risiken adäquat messen und steuern. Hinzu kommt die Notwendigkeit, Vermögenswerte und Verbindlichkeiten besser zu bewerten und so die Kapitalallokation zu optimieren. All dies bedarf entsprechender Prozesse und einer starken Interaktion alle betreffenden Unternehmensfunktionen ebenso wie einer Abstimmung der strategischen und regulatorischen Initiativen.

Datenbaustelle und Technologieaufbau

Auch der Umgang mit Daten spielt als Erfolgsfaktor eine immer größere Rolle. Hier liegt nicht nur die Grundlage für die regulatorische Compliance, sondern auch der Treibstoff für alle digitalen Geschäftsmodelle. Versicherer müssen die Verfügbarkeit von Informationen aus den verschiedenen Unternehmensfunktionen ebenso sicherstellen wie die Verbesserung der Datenqualität, sodass die notwendigen Datenstandards stets erfüllt werden. Und auch auf technologischer Ebene müssen Finance und Risk zusammenwachsen. Hier braucht es Systeme, die die Zusammenarbeit wirksam unterstützen. Der Fokus sollte auf der Schaffung einer Finanz- und Risikoarchitektur liegen, welche genau die unternehmensspezifische Balance zwischen Zentralisierung und individueller Flexibilität zur Unterstützung eines Time-to-Market-Anspruchs reflektiert.

Versicherer sollten das Zusammenrücken ihrer Finanz- und Risikofunktion rasch angehen – sowohl inhaltlich und strukturell, als auch auf prozessualer und technologischer Ebene. Schließlich können hier zahlreiche Herausforderungen gleichermaßen adressiert werden: von der operativen Effizienz über die Kostenreduzierung bis hin zur Steigerung der Leistungsfähigkeit im Geschäft.

Lassen Sie uns darüber gerne in Köln auf dem PRMIA-Kongress sprechen. Ich bin schon jetzt auf Ihre Erfahrungen gespannt.

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