Accenture Insurance Blog

In meinem letzten Beitrag bin ich auf das enorme Potenzial von Prozessautomatisierung mit Robotics für die Versicherungswirtschaft eingegangen. Doch wie lässt sich Robotics konkret in den Versicherungsalltag integrieren? Wie schnell kann das Ganze für die Assekuranz zur gelebten Realität werden? Und welche Voraussetzungen sind für den Einsatz notwendig?

Vielfältige Anwendungsbereiche bieten enormes Potenzial

Grundsätzlich ist das Einsatzfeld der Prozessautomatisierung mit Robotics riesig. Aufgrund von vielfältigen manuellen Tätigkeiten schlummern in fast allen Geschäftsbereichen der Versicherungswirtschaft ungenutzte Effizienzpotenziale. Die Anwendungsfelder für Robotics müssen nur folgende Maßgaben erfüllen: Sie

  • sind repetitiv und weisen ein gewisses Prozessvolumen auf
  • funktionieren regelbasiert und erfordern nur wenig menschliches Ermessen (andernfalls ist eine ergänzende Aussteuerung notwendig)
  • weisen einen hohen Standardisierungsgrad mit wenigen Ausnahmen und geringem Anpassungsbedarf auf
  • verwenden strukturierte, elektronisch verfügbare Daten
  • sind gekennzeichnet durch Prozesse, bei denen jeweils in mindestens zwei Systemen gearbeitet wird.

Trifft dies zu, dann können virtuelle Robotor als „virtuelle Arbeitskräfte“ die Interaktion mit Anwendungen und Systemen völlig unproblematisch erfüllen. Dabei können sie die gleichen Aufgaben bearbeiten wie menschliche Anwender auch. Eine komplexe Systemintegration ist nicht notwendig, da Robotics menschliche Prozessschritte auf bestehenden Applikationen / GUI’s nachahmt.

Schnell im Einsatz für die Zukunftsgestaltung

Bis zum tatsächlichen Einsatz des „Roboterkollegen“ dauert es daher oftmals nur zwischen drei Wochen und maximal drei Monaten. Und genau das macht den Charme aus. Bei einer Reduzierung der Bearbeitungskosten um bis zu 80 Prozent kann der Break Even bereits nach wenigen Monaten erreicht werden – und dies bei gleichzeitiger Steigerung der Qualität und Senkung der Bearbeitungszeiten um bis zu 40 Prozent. Ein zusätzlicher Vorteil: Die Mitarbeiter können sich dann ganz auf den erfolgskritischen Kundenservice konzentrieren.

Genau darin liegt neben dem Effizienzpotenzial ein weiterer wesentlicher Schlüssel. Schließlich bewegt sich der Markt schneller als je zuvor. Eine hohe Volatilität trifft dabei auf einen intensiven Wettbewerb, zunehmend auch mit neuen digitalen Spielern. Zudem ist der digitale Kunde überaus anspruchsvoll und schraubt die Anforderungen für Versicherer kontinuierlich nach oben. Prozessautomatisierung mit Robotics kann dazu beitragen, Lücken in der internen Architektur zu schließen, Fehlerquoten zu senken, die Bearbeitungsgeschwindigkeit zu erhöhen und die Servicequalität zu steigern. Damit leisten sie hier einen wesentlichen Schritt, um die Assekuranz zukunftsfähig zu gestalten. In Anbetracht des geringen Aufwands führt meiner Meinung nach an der zügigen Nutzung dieser Chance kein Weg vorbei.

Kommentar schreiben

Your email address will not be published. Required fields are marked *