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AKTUELLE HERAUSFORDEUNGEN UND CHANCEN FÜR CROS UND CFOS IN DER VERSICHERUNGSWIRTSCHAFT

Strenge Regulierung, immenser Kostendruck, technologische Umwälzungen: Das Marktumfeld der Versicherer verändert sich dramatisch. Nicht jeder wird diese Herausforderungen meistern. Für diejenigen, die sich richtig positionieren, ergeben sich jedoch auch weitreichende Chancen.

Steigende regulatorische Komplexität: Mehr, Genauer, Schneller!

„Nach der Einführung von Solvency II“ heißt „vor der nächsten Regulierungsstufe“: Neben den jährlich kürzer werdenden Berichtsfristen stehen Versicherern mit IFRS 9 und 17 bereits neue Herausforderungen ins Haus, die bis 2021 umzusetzen und zu operationalisieren sind. Die Veröffentlichung des finalen IFRS 17 hat hierfür der Startschuss gegeben. Die anspruchsvolle und komplexe Multi-GAAP-Welt erhöht die Anforderungen in punkto Datenqualität, -granularität und -auswertung sowie Kontenabstimmung massiv. Dabei geht es aber nicht nur um schlichte Compliance. Wer sich (weiter) nur auf die Erfüllung regulatorischer Anforderungen konzentriert, investiert zwar viel Geld und Zeit, sichert sich aber keine strategischen Vorteile: IFRS 9 und 17 können und sollten die Auslöser für eine Konsolidierung der Finanz- und Risikodaten sein – hin zu einer echten Multi-GAAP-Berichts- und Steuerungsbasis, die ‚Walk-between-the-GAAPs‘ und eine zeitnahe Lieferung entscheidungsrelevanter Informationen ermöglicht.

Eine Industrie im Umbruch: Niedrigzins, Digitalisierung, Personalisierung

Ein Umdenken erfordert aber auch die Produktebene. Traditionelle Angebote sind in Zeiten niedriger Zinsen weder für Versicherer noch für ihre Kunden profitabel und interessant. Gleichzeitig fördert und fordert die Digitalisierung den Wandel zu Personalisierung und verstärkter Serviceorientierung. Wesentliche Erfolgsfaktoren sind dabei eine schnelle Markteinführung, genaue Kenntnisse der individuellen Kundenbedürfnisse sowie eine finanz- und risikogetriebene Steuerung. All dies erfordert eine zügige Integration neuer Produkte in das bestehende Finanz- und Risikoumfeld. Mit den bestehenden Systemen dürfte das kaum machbar sein. Die veralteten Strukturen und gewachsenen Silos werden die Datenflut durch Internet of Things, Social Media oder Wearables schlichtweg nicht auswerten können. Eine Integration der Finanz- und Risikoprozesse sowie eine solide Datenbasis für die Kundenanalyse und -steuerung ist hier also Grundvoraussetzung. Nur dann können Versicherer die Chancen des digitalen Umbruchs mit schnellen, zielgerichteten und innovativen Produkten nutzen und näher an die Kunden und ihre Bedürfnisse rücken.

Die Kosten müssen runter: Harmonisierung, Zentralisierung, Automatisierung

Über die vergangenen Jahrzehnte sind bei Versicherern komplexe und untereinander abhängige Systeme und Prozesse gewachsen. Die resultierenden Redundanzen und Duplikate in der Datenhaltung, -validierung und -verarbeitung sowie die Vielzahl unterschiedlicher Schnittstellen erhöhen die Aufwände und Kosten. Darüber hinaus resultieren aus den diversen, komplexen und heterogenen Wegen der Datenextraktion und -verarbeitung aber auch operative Risiken. Die häufig pragmatische Umsetzung interner Anforderungen oder externer Vorgaben hat in der Vergangenheit zu Übergangslösungen geführt, die sich langfristig etabliert haben. Minimallösungen außerhalb der eigentlichen Systemlandschaft führen zu einem Flickenteppich, der langfristig hohen Wartungs- und Betriebsaufwand mit sich bringt. Wer seine System- und Prozesslandschaft zentralisiert und harmonisiert, kann regulatorische Investitionen ausnutzen, zukünftige Investitionen bündeln und damit langfristig Kosten senken. Zugleich erhöht sich dadurch die Qualität der Finanz- und Risikosteuerung.

Neue Technologien: Big Data, Analytics, Cloud, In Memory

Innovative Technologien helfen Versicherern bei der Bewältigung der anstehenden Herausforderungen, stellen aber wiederum neue Anforderungen an die IT-Landschaft. Neue Datenhaltungs- und Analysewerkzeuge müssen eingeführt, Datenmodelle aktualisiert und neue Datenquellen integriert werden, um die Möglichkeiten von Big Data und Analytics zu nutzen. Außerdem werden In Memory- und Cloud Computing schon bald zum Standard gehören und die Kompatibilität bestehender und zukünftiger Systemkomponenten erfordern. Nicht alle Altsysteme sind hierfür ausreichend vorbereitet. Wer eine zeitgemäße Analyse- und Reporting-Umgebung etablieren möchte, um sein Geschäft zukünftig effizient zu steuern, wird an neuen Technologien nicht vorbei kommen. Die Systemlandschaft muss darauf jedoch konsequent ausgerichtet werden.

Die Auswirkungen der Schlüsselentwicklungen in der Versicherungswirtschaft auf Organisation, Prozesse, Daten und Technologie werden wir in weiteren Blogposts detailliert beschreiben. Dabei werden wir auch zeigen, wie eine umfassende Finanz- und Risikotransformation aussieht.

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