Accenture Insurance Blog

DIE VERSICHERUNGSWIRTSCHAFT BRAUCHT EINE PROZESSUALE UND ORGANISATORISCHE NEUAUSRICHTUNG

Anhaltend niedrige Zinsen, steigende regulatorische Anforderungen und Kostendruck sind nur ein paar der Herausforderungen, mit denen die Versicherungsbranche aktuell konfrontiert ist (zu diesem Beitrag geht es hier). Zentralisierung, Automatisierung, Finanz- und Risikosteuerung sowie Prozesseffizienz gewinnen für CFOs und CROs daher massiv an Bedeutung. Die Betriebsmodelle werden sich künftig grundlegend ändern – was auch die Ausgestaltung der Finanz- und Risikofunktion beeinflusst.

Zentralisierung und Harmonisierung: Gemeinsam mehr erreichen

Die Vernetzung der Finanz- und Risikofunktion bietet eine ganze Reihe synergetischer Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostenoptimierung:

  • Die Bündelung der Investitionstätigkeiten und gemeinsames Sourcing senken die Kosten und führen zu besseren Ergebnissen, beispielsweise durch die Nutzung von Shared-Service-Centern
  • Die Integration der Risikomodelle in die Finanzsteuerung auf Basis einer gemeinsamen Datengrundlage ermöglicht die Vereinheitlichung von Regeln und Metriken
  • Die Konvergenz sich überschneidender Finanz-und Risikoprozesse vermeidet Mehraufwand und schafft klare Zuständigkeiten
  • Standardlösungen ermöglichen Outsourcing-Modelle für den Betrieb mit einer Skalierung (beim Anbieter)
Bestehende Betriebsmodelle werden sich zukünftig grundlegend ändern – was sich in der Konsequenz wiederum wirkt auch auf die Ausgestaltung der Finanz- und Risikofunktion auswirkt.

Steuerung: Analysieren und Reagieren

Regulatorisch getriebene Investitionen wie IFRS 17 sind ein Hebel, um die Performance- und Steuerungsmöglichkeiten weiter zu verbessern. Auf Basis zentralisierter, vernetzter Finanz- und Risikolandschaften lässt sich durch moderne Analytics und Big Data-Technologien ein zeitgemäßes und effizientes Reporting etablieren. Mithilfe dynamischer KPIs über alle Geschäftsbereiche entsteht eine solide Entscheidungsgrundlage für Versicherer. Grundfunktionen einer solchen Steuerung sind:

  • Real-Time-Produktperformance und Profitabilitätsmessung für verstärkte Transparenz
  • Performance- und Einflusssimulationen mit unterschiedlichen Steuerungssichten (Aktiv-Passiv-Projektionen)
  • Flexible und schnelle Erstellung interner Berichte und Auswertungen aus einer einzigen und jederzeit aktuellen Datenquelle
  • Drill-down-Funktionalität aus dem Hauptbuch ins Nebenbuch zur detaillierten Auswirkungsanalyse

Eine konsistente und granulare Datengrundlage ermöglicht durch genauere, detailliertere Analysen und Vorhersagen die schnelle Reaktion der Risiko- und Finanzabteilung auf Veränderungen im Marktumfeld. Außerdem erlaubt sie eine zügige Integration neuer Produkte in die internen Prozesse.

Prozessexzellenz: ‚Walk-between-the-GAAPs‘

Im herausfordernden Multi-GAAP-Umfeld kommt es zudem darauf an, die Komplexität der Abschluss- und Berichtsprozesse zu reduzieren. Eine zentrale Finanz- und Risikodatenhaltung mit allen abschlussrelevanten Informationen (inkl. aktuarieller Daten) legt die Basis für Maßnahmen, die eine signifikant höhere Prozesseffizienz und -qualität bewirken und durch ‚Walk-between-the-GAAPs‘ Transparenz mit Blick auf die Überleitung zwischen einzelnen Rechnungslegungsstandards erzielen:

  • Reduzierung der Konsolidierungs-, Abstimmungs- und Anpassungsaufwände sowie -Schnittstellen
  • Abstimmung der internen und externen Abschluss- und Berichtsprozesse untereinander mit einheitlichen Daten, Regeln und Abläufen
  • Entlastung der mathematischen Abteilungen von aufsichtsrechtlichem Datenmanagement durch zentrale Verantwortung für alle abschlussrelevanten Daten über ein zentrales Nebenbuch
  • Verbesserung der Governance und Kontrolle durch dokumentierte Modellsteuerung und volle Nebenbuchfunktionalität
  • Schaffung einer modernen und flexiblen Informationsarchitektur

Automatisierung: Roboter helfen den Finanz- und Risikomanagern

Von Batchprogrammen über Dunkelverarbeitung bis hin zu Watsons künstlicher Intelligenz: Automatisierung und Robotik lassen sich in unterschiedlichen Reifegraden einsetzen, um die knappen Finanz- und Risikoressourcen zu entlasten, sodass sich diese wieder auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können. Versicherer können Aufwand von bis zu 60 Prozent sparen, indem sie die Zahl der Schnittstellen zwischen den Systemen sowie der manuellen Verarbeitungsschritte reduzieren, ein zentrales versicherungstechnisches Nebenbuch etablieren und Standardautomatisierung vorantreiben.

Auf mögliche Auswirkungen auf die Finanz- und Risikoarchitektur und die zukünftige Rolle der Finance and Risk Data Platform (FRDP) werden in weiteren Blogposts ausführlicher behandelt. Besuchen Sie dafür die SAP-Blogs und klicken Sie hier: https://goo.gl/fCUwXV

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