Accenture Insurance Blog

Die EZB sorgt sich um die Stabilität der Versicherungsindustrie, und die BaFin will die Branche verstärkt unter die Lupe nehmen – beide Meldungen aus den letzten Wochen machen die Situation der Assekuranz eigentlich recht gut deutlich. Versicherer sind mehr denn je gefangen in einer Sandwich-Position, einem Geschäft zwischen wachsendem Marktdruck und zunehmender Regulatorik. Schließlich steigen Komplexität und Unsicherheiten in den globalen Märkten seit Jahren. Und die Niedrigzinspolitik der Zentralbank erhöht den Druck auf die vorhandenen Business-Modelle noch zusätzlich. Hinzu kommen die zunehmenden Anforderungen der Aufsicht. Selbst nach der baldigen „Scharfschaltung“ des neuen Aufsichtsregimes unter Solvency II bleiben die Themen Regulierung und Compliance weiterhin herausfordernd. Das alles erinnert an ein wenig an Jonglieren: Mehr Bälle, mehr Tempo und eine ständig steigende Erwartungshaltung des Publikums. Doch wie kann sich die Assekuranz aus dieser schwierigen Situation befreien?

Jongleur Grafik FR MSalcheggerDie Lösung liegt hier ganz klar in den Operating-Modellen. Diese müssen für die Zukunft ganz neu aufgestellt werden, denn mit der Harmonisierung und Konsolidierung im Markt rückt die Profitabilität in den Vordergrund. Dabei kann vor allem die Umsetzung der regulatorischen Anforderungen der letzten Jahre als möglicher Startpunkt für eine Neuausrichtung dienen. Optimierung der Kapitalverwendung, Minimierung der operativen, finanziellen und regulatorischen Risiken, Reduktion der Komplexität, Erhöhung der Stabilität des Gesamtunternehmens und die Verbesserung der Kosten-Nutzen-Situation. Das risikoadjustierte Operating-Modell adressiert damit auch eine grundsätzliche Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit.

Ein Patentrezept, wie das Modell aussehen muss, gibt es hier sicherlich nicht. Klar ist aber, dass an einer Anpassung der funktionsübergreifenden Zusammenarbeit von Schlüsselbereichen wie Strategie, Risikomanagement, Finanzen, Kapital- und Performancemanagement kein Weg vorbeiführt, mit neu zu definierenden Rollen und Verantwortlichkeiten. Ferner sollten Versicherer Synergien in Risiko- und Finanzprozessen identifizieren und nutzen, sinnvolle Zentralisierungen von Finanz- und Risiko-Prozessen und -architekturen etablieren sowie den hohen Anforderungen an Datenqualität und Datenmanagement gerecht werden. Auf dieser Basis können dann entsprechende Transformationsinitiativen für das operative Modell festgelegt und priorisiert werden – von der Zielebene der strategischen Planung bis hin zum risikoadjustierten Kapital- und Performancemanagement. Details zum risikoadjustierten Operating Model für Versicherer finden Sie hier in unserem aktuellen Point of View.

Natürlich bringt hier jeder Versicherer seine ganz eigenen Voraussetzungen und Ziele mit. Der operative Wandel wird entsprechend individuell ausfallen. Wichtig ist aber die grundsätzliche Betrachtung des Operating-Modells, bei der für die Assekuranz alle wichtigen Aspekte durchgängig greifbar und umsetzbar gemacht werden. Erst dann ist im herausfordernden Umfeld eine Neufokussierung auf Profitabilität möglich – oder im Bild des Jongleurs zu bleiben: Die Auswahl der Bälle, deren Zusammenspiel, effektiver Einsatz und Wurf werden das gesamte Publikum begeistern.

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